Eugen Thomma ist verstorben

24. Juni 2022

Museumspfleger Hoigärte

 

Überraschend erreichte die Vorstandschaft, und alle die sich dem Oberstdorfer Heimatmuseum verbunden fühlen die Nachricht vom plötzlichen Tod des Ehrenmitglieds Eugen Thomma, im gesegneten Alter von 90 Jahren.
Noch bei der Hauptversammlung des Museumsvereins, hatte er alle Zuhörer mit seinem Vortrag über den Dorfbach und seine Anlieger begeistert (er wollte ihn sogar im Herbst wiederholen) und gemeinsam mit ihm durften wir noch am 21. Mai unser gelungenes 90 jähriges Jubiläum feiern.
Für Oberstdorf, besonders aber für das Museum ist sein Tod ein herber Verlust, wusste er doch mit seinem phantastischen Gedächtnis bei vielen Fragen was die Geschichte und besonders die Historie Oberstdorfs betraf fast immer eine passende Auskunft oder einen Rat. Aber auch seine freundliche, bescheidene Art, seine interessanten Erzählungen, vor allem aber sein Wissen haben uns immer wieder verblüfft und werden uns fehlen.
Von 1975 bis 2002 war Eugen als Museumspfleger Ideengeber und verantwortlich für viele Umbauten und Veranstaltungen. Durch seine Tätigkeit beim Markt Oberstdorf konnte er so dafür kämpfen, dass dem Museum Raum für Raum zurückgeben wurde, er schuf mit der Vorstandschaft den neuen Rundgang, baute den Keller aus, und organisierte dort unzählige Sonderausstellungen.
Sein Leben war vor allem bedingt durch die Kriegszeit von mancher Veränderung geprägt. 1938 kam seine Familie von Blaichach nach Oberstdorf und so ging er hier zur Schule.  Einige Sommer verbrachte er auf verschieden Alpen, dorthin nahm er sogar seine Bücher mit und eignete sich viel Wissen an.
Auch nach der Lehrzeit als Zimmermann war er noch etliche Jahre als Hirte in den Bergen. Gerade in der Nachkriegszeit übte er die verschiedensten Tätigkeiten aus, bis er dann als „Altbewerber“  bei der Polizei des Freistaats Bayern eine Stelle erhielt. Später schlug er sogar eine Versetzung in das Bundeskriminalamt aus, um in Oberstdorf zu bleiben. Bei der Gemeinde erhielt er nun die Stelle als Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes und war dort bis zur Rente 22 Jahre lang tätig.
Gerade als rüstiger Rentner fand er dann als „Geschichtsforscher“ ein breites Betätigungsfeld.
Er kümmerte sich um das Gemeindearchiv, half beim Mundartwörterbuch, schrieb einige Theaterstücke, verfasste das Heft „Aus Oberstdorfs vergangen Tagen“, lieferte viele Beiträge für das beliebte Heft „unser Oberstdorf“, war behilflich bei Radio und Fernsehsendungen, ging gerne mal auf Reisen, und eignete sich sogar einige Computerkenntnisse an.
Die Marktgemeinde würdigte seine Verdienste mit der Bürgermedaille.

Vor allem blieb er und dafür möchte wir ihm nochmals danken, immer dem Heimatmuseum verbunden und stand uns mit Rat und Tat zur Seite.
So werden wir ihn immer in guter Erinnerung behalten und ihm so ein ehrendes Gedenken bewahren.

Eugen Thomma bei seinem letzten Vortrag

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