Anton Köcheler zum Gedenken
05. September 2013
Dabei übte er über viele Jahre die Ämter des Kassiers, Schriftführers und des zweiten Vorstandes aus. Da unser Ehrenmitglied Anton Köcheler in vielen Vereinen aktiv war, wird über seine sonstigen Leistungen sicher an anderer Stelle berichtet werden. Ich möchte mich hier auf seine ehrenamtliche Arbeit für das Heimatmuseum Oberstdorf beschränken.
Als das Museum nach dem Krieg im Jahre 1949 endlich seine Pforten wieder öffnen sollte, half er Museumspfleger Wilhelm Math beim Ausputzen und Neuordnen. Damals war das Museum noch eine Unterabteilung des Trachtenvereins. 1978 übernahm er die Doppelaufgabe des Kassiers und Schriftführers im damaligen Museumsausschuss. 1993, bei der Gründung des Museumsvereins, wurde er zusätzlich noch zweiter Vorstand. Erst im neuen Jahrtausend übergab er schrittweise seine Ämter an Jüngere. Im Jahre 2006 zog er sich schließlich ganz aus der Vorstandschaft zurück.
In dieser langen Zeit verbrachte er unendlich viele Stunden bei seiner Arbeit im Museum. Insbesondere die enge Zusammenarbeit mit der alten Vorstandschaft nach dem Krieg – u.a. mit Hans König, Anton Berktold, Sepp Joas, Hans Kappeler, Prof. Werner Grundmann und Karl Hofmann - ließ ihn zum Fachmann für die Geschichte unseres Ortes werden. In zweiter Linie lagen ihm aber auch die „Geschichtchen“ aus unserem Dorf am Herzen. Regelmäßig bereicherte er die Vorstandssitzungen mit Anekdoten und anderen lustigen Begebenheiten aus der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts.
Viele dieser „Histörchen“ konnte man übrigens auch in den Heften „Unser Oberstdorf“ nachlesen. Als sich kurz vor der Jahrtausendwende eine Gruppe von „alten“ Oberstdorfern traf, um unseren Sprachschatz für die Nachwelt in einem ein Mundartwörterbuch zu sichern, war er natürlich mit großem Engagement mit von der Partie. Mir persönlich werden besonders seine im Dialekt verfassten, humorvollen Einladungen zu den Generalversammlungen und Ausflügen immer in Erinnerung bleiben. Auch seine Führungen im Museum waren ein wahres Wunderkästchen. Jeder Gegenstand, auch der allerkleinste und unauffälligste, wurde durch seine Beschreibung zum Leben erweckt. Ganz ehrlich, haben Sie gewusst was eine „Abmoarschäffle“ ist?
Mit Anton Köcheler hat uns ein profunder Kenner unserer Heimat unseres Brauchtums verlassen. Mit seinem Ableben wird auch leider Vieles der Vergessenheit heimfallen. Wir werden ihn nicht nur wegen seiner vielen heimatkundlichen Artikel und seinem grandiosen Buch zur Geschichte der Gebirgstrachten im Oberallgäu in Erinnerung bewahren.