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Wie schon vorher Stube und Küche
ist auch dieser
Raum (Fußboden, Wände, Decke) im Originalzustand erhalten.
Kaum ein Haus war früher in Oberstdorf
zu finden, das nicht eine Webstube oder einen Webkeller
aufweisen konnte. Flachs (Lein) wurde angebaut und
nach der notwendigen Feldarbeit zu Hause weiterbearbeitet.
Über Jahrhunderte war die Leinenweberei ein zweites
Standbein neben der Viehzucht. Für die auf den Web-
oder Wirkstühlen hergestellten Leinenstücke mußte
dann in Immenstadt auf der "Leinwandschau"
ein Käufer gefunden werden. Bescheiden waren die Einkünfte
der Leinenweber, aber sie halfen, die Familien vor
der größten Not zu schützen.
Im Jahre 1800 waren noch 36.000 "Stuck"
(Ballen mit etwa 28 bis 33 Metern Länge) Leinen angeboten
und verkauft worden; 1830 waren es derer gerade noch
236. Die Einfuhr billiger Baumwollwaren und schließlich
deren mechanische Herstellung im eigenen Lande ließen
die Weber brotlos werden. Zur Mitte des 19.Jhrh. hin
erfolgte daher zwangsweise die Umstellung auf Milchwirtschaft.
Es war der Wandel vom "Blauen Allgäu" (Flachs
blüht blau) zum "Grünen Allgäu", dem Allgäu
der Weidewirtschaft.
Die Bearbeitung des Rohproduktes Flachs
ist im Raum 18 dargestellt.
In den hölzernen Webstuhl ist eine
"Bändlblache" (Fleckenteppich) eingespannt,
daneben sind Webgeschirre für Bänder und Traggurte
zu sehen. Garnhaspel, Garnspulen und Weberutensilien
erregen weiter unser Interesse. |