Wappen des Marktes Oberstdorf  
Heimatmuseum Oberstdorf
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
  
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Handwerk / Handel / Nebenerwerb (Raum 8)

Seit der Verleihung des Marktrechtes im Jahre 1495 lag in Oberstdorf das Waag- und Maßrecht - mit kurzen Unterbrechungen - in den Händen der Marktgemeinde. In der Wandvitrine fällt die große Sackwaage aus dem ehemaligen Kornhaus (heute altes Rathaus) besonders auf. Diverse Formen von Waagen erinnern an das einstige Marktgeschehen. Ellenstäbe in vielfältigen Formen zeugen noch vom Leinenhandel in früheren Zeiten. Die hölzernen Hohlmaße Metzen und Imen mit ihren Unterteilungen waren als Getreidemaße im Gebrauch. Die eingebrannten Eichzeichen sicherten dem Käufer reelle Bemessung der gekauften Warenmenge zu. Obstbau und Bienenzucht wurden durch churfürstliches Dekret im Jahre 1804 in den bayerischen Volksschulen als Lehrfach eingeführt. Aus Stroh geflochtene Immenkörbe und eine Obstkelter (1810) stammen aus dieser Zeit, Baumspritze und Fruchtmühle aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Werkzeuge der Gerber, Färber, Wachszieher und Pechsieder (an der rechten Wand) lassen den Beschauer die Mühen dieser früheren Handwerke erahnen. Besondere Beachtung verdienen in der kleinen Vitrine die Lotgewichte und Gewichtsumrechnungstabellen ("Faulenzer"). Die "Quartkette" (Vorläufer des Bandmaßes) diente zum Messen des Umfanges der Tiere beim Viehhandel und stellt auch eine kleine Rarität dar.

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