Heimatmuseum Oberstdorf

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Alphorn und Hirtenhorn

Die Hirtenhörner haben in ganz Europa eine lange Geschichte. Gerade in Oberstdorf bieten sich dazu beste Beweise.

Die Hirtenhörner haben in ganz Europa eine lange Geschichte. Gerade in Oberstdorf bieten sich dazu beste Beweise. Seit urdenklichen Zeiten haben hier die Geiß- und Jungviehhirten mit dem .Bockhom'' und der "Gassenkuh"-Hirt auf seiner Schalmei zum Viehaustrieb geblasen. Den ältesten Hinweis im Allgäu finden wir auf einem Altarflügel der Kapelle in Rohrmoos. Dort hat schon im Jahre 1558 der Meister einen Hirten mit einem langen Horn verewigt.
Verfeinerungen dieser Urhörner in vielen Variationen - . auch Exoten aus Afrika, Australien, Südamerika, Tibet usw. - zeigt unsere Sonderschau. 

Wer kennt sie nicht die Alphörner, die meterlangen hölzernen Blasinstrumente, deren herrlich weichen Naturtöne weithin zu hören sind? Bilder, die einen Alphornbläser vor der Silhouette des Eigers oder des Matterhorns darstellen, verfuhren zu der Annahme, dass das alte Hirteninstrument nur im Lande der Eidgenossen zu Hause war. Dies ist allerdings ein Trugschluss! Als Signal- und einfaches Blasinstrument fanden sich Hirtenhörner in den verschiedensten Formen und Materialien in aller Welt. Den Schweizern gehört aber die Ehre, dass sie das Alphorn erhalten, verfeinert und es zu dem Musikinstrument gemacht haben, das es heute ist; es wurde geradezu ihr Markenzeichen.
Das Alphorn im Allgäu ist weder eine moderne Erfindung noch die Nachahmung der Gebräuche unserer westlichen Nachbarn. Im Bereich des Marktes Oberstdorf findet sich der Nachweis, dass schon vor Jahrhunderten das Hirteninstrument hier bekannt war. Als im Jahre 1568 ein uns unbekannter Meister im Stile eines Albrecht Dürer den Altar der St. Anna Kapelle in Rohrmoos malte, verewigte er auf dem linken Altarflügel einen Hirten der ein langes Hörn bläst. In vielen Gebieten der Alpen, ja man kann sagen fast in ganz Europa, finden sich Zeugnisse des Alphorns und unterschiedlicher Hirtenhörner.
„Alphorn und Hirtenhorn in Europa" lautet der Titel einer rund 80 Instrumente umfassende Sonderausstellung. Neben dem klassischen Alphorn sind eine Vielzahl von anderen Hörnern in der Sonderschau zu sehen. Vom Schweizer Büchel, dem Allgäuer Pfifel, dem rumänischen Tulnic, dem litauischen Rag und dem russischen Rozhok bis hin zum schwedischen Vallur und weit darüber hinaus reicht der Bogen der Ausstellungsstücke. Neben Schaustücken aus England, Frankreich, Holland, Norwegen, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn usw. finden sich auch Exponate, die eigentlich den Titel „aus Europa" sprengen. Doch sind gerade die exotischen Hirteninstrumente aus Australien, Südamerika, Afrika, Sibirien, Tibet usw. von hohem Interesse. Natürlich gehören zu einer Sammlung auch Bilder und Kuriositäten, die vom Humor der Herstellers zeugen.
Die Sonderausstellung läuft vom 27.12.2002 bis zum 15.04.2003.

 
 
 

s'Nuischte

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