Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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"Waidmannsheil"

Die Sonderausstellung mit dem Untertitel "Von Wild und Waidwerk im oberen Allgäu" über rund 150 Jahre Oberstdorfer Jagdgeschichte und etwas Kunst um die Jagd brachte 1998 und 1999 viele zusätzliche Besucher ins Museum.

Relativ wenige Menschen haben das Glück und die Gelegenheit Wildtiere in freier Wildbahn zu beobachten. Wie viele Stadtbewohner haben schon eine Gemse, einen Steinbock oder gar einen Adler näher betrachten können? Ja, ist die Zahl unserer eigenen Mitbürger groß, die einen Falken von einem Sperber unterscheiden kann? Wir haben versucht, eine Ausstellung aufzubauen, die hier aufklären und gleichzeitig auch für den Jäger interessant sein kann. Rund 150 Jahre Oberstdorfer Jagdgeschichte und etwas Kunst um die Jagd sprechen einen weiteren Personenkreis an. Wir glauben, mit dieser Sonderschau das Interesse unserer Gäste wie auch das der einheimischen Bevölkerung zu treffen. 

Sammeln und Jagen war die Lebensgrundlage der Urbevölkerung unserer Heimat. Ein geschickter Jäger versorgte seine Familie, seine Sippe, mit dem damals lebensnotwendigen Wildbret. So ein Jäger stand in hohem Ansehen.

Die Jagd war noch immer das Recht des freien Mannes. Als später weltliche und kirchliche Obrigkeit das Jagdrecht für sich alleine in Anspruch nahmen, kam es immer wieder zu Übergriffen auf den hoheitlichen Wildbann, denen wiederum die Obrigkeit mit Gewalt begegnete. Über Jahrhunderte übten die Fürstbischöfe von Augsburg in Oberstdorf das Jagdrecht aus.
Die Jagd war ein selbständiges Recht, das erst 1803 mit Grund und Boden verbunden wurde. Jetzt verfiel man ins andere Extrem: Der Bauer wurde sein eigener Jagdherr. Die Reviere wurden rücksichtslos leergeschossen. Erst zur Mitte des 19.Jahrhunderts begannen insbesonders im Rahmen der Allgäuer Jagdgesellschaft die Hegemaßnahmen. Im Jahre 1850 pachtete Prinz Luitpold von Bayern -der spätere Prinzregent- die Oberstdorfer Gemeindejagd. Es folgten fast 70 Jahre der Hofjagd. Außer dem fürstlichen Eigenjagdrevier Rohrmoos, sind unsere Hochgebirgsjagden seither privat verpachtet. Rot- und Steinwild, Auer-, Birk- und Steinhuhn sind in unseren Bergrevieren zu Hause wie auch das Murmeltier und die Gemse. In den Tallagen treffen sich Reh, Dachs, Fuchs und Hase (sagen sich aber nicht Gute Nacht). Nachtaktiv sind Uhu, Waldohr- und Schleiereule, wie auch der Stein-, Wald-, Zwerg- und Rauhßfußkauz. Am Tage tummeln sich verschiedene Falken und anderes Federwild in den Lüften und wer -mit offenen Augen- durch unsere Bergwelt geht, sieht am Himmel den Steinadler und zuweilen auch den Bartgeier seine Kreise ziehen. Trophäen, Tierpräparate, Waffen und sonst Jagdliches sind im Museum in reichem Maße zu sehen. Wo können sie sonst die scheuesten Tiere aus der Nähe beobachten?
Nutzen Sie dieses Schaufenster der Natur, unsere Sonderausstellung "Waidmannsheil". 
Anmerkung:
Eine ausführlich Beschreibung der Ausstellungsobjekte und genauere Informationen zur Jagdgeschichte Oberstdorfs können Sie hier nachlesen:
> Zeitungsartikel zur Sonderausstellung

s'Nuischte

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