Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
87561 Oberstdorf, Oststr. 13 * Telefon: (08322) 5470 / 2226 / 2218 * Kontaktformular
 
Unsere englischen Seiten  Unsere französischen Seiten  Unsere italienischen Seiten  Unsere spanischen Seiten  
 
 
 

Rundgang durch das Oberstdorfer Heimatmuseum

30. Enzianbrennerei

Natürlich wurde früher in Oberstdorf auch Schnaps gebrannt. Unter den vielen Sorten ist bei uns der "Enzian" der bekannteste. Er kommt auch nur in unserer Alpenregion vor, da der Gelbe Enzian, aus dessen Wurzel der Schnaps gewonnen wird, nur in höheren Regionen wächst. Dass der "Enzionar" kein normaler Schnaps ist, versteht sich von selbst: Bei uns ist er Medizin und Lebenselixier und darf nach keinem Kässpatzenessen fehlen.

Alois ("Liese") Blattner, der letzte der alten Gilde der Oberstdorfer Enzianbrenner, starb 1929 im Alter von 82 Jahren, für die damalige Zeit ein biblisches Alter. Sein selbstgebrannter "Enzionar" (Enzianschnaps) war ihm Medizin und Elixier. Lieses Brennerei gelangte ins Museum: Auf dem Hackbrett wurden mit den Hackmessern die (bis zu einem Meter langen und bis armstarken) Wurzeln des langstieligen gelben Enzians zerkleinert. Mit Wasser versetzt wurden die Hackschnitzel in den hölzernen Gärbottich eingefüllt. Bei entsprechendem Gärungsfortschritt erfolgte das Brennen der Maische in der Brennblase des Ofens. Über die Kupferrohre gelangte der Alkoholdampf in die Zylinder des Kühlschaffes. Das abgekühlte Destillat, auf trinkbaren Alkoholgehalt verdünnt, war dann - nach entsprechender Lagerung - die "Medizin für Magen und Seele".

Die charakteristischen braunen Steinflaschen sind oft fälschlich mit dem Bild des Stengellosen Enzian verziert. Dieses Blümchen aber ist unschuldig an der Fabrikation des "geistreichen" Getränkes.

s'Nuischte

Newsletter "Museumspost" ... 2 - 3 mal im Jahr Museums-Grüße mit Information aus dem Heimatmuseum erhalten. Melden Sie sich für unsere "Museumspost" an - wir freuen uns.
PS: Am Ende jeden Newsletters findet Ihr einen Link, mit dem Ihr euch wieder abmelden könnt!
 

- Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen -