Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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Rundgang durch das Oberstdorfer Heimatmuseum

29. Schindelmacher / Brunnenmacher

Holz war früher das bevorzugte Baumaterial in Oberstdorf. So wurden Schindeln für Wandverkleidungen für die Dacheindeckungen gebraucht. Auch die Wasserleitung („Deichel"), die der Brunnemacher aus einem Holzstamm bohrte, bestanden aus Holz.

Herstellung von Schindeln:
Vom Stamm einer möglichst astfreien Fichte oder Lärche werden "Klotzen" abgeschnitten, diese mit der Landeraxt zu "Wiesele" gespalten und davon mit dem Schindelmesser Schindeln abgespalten. Letztlich erfolgt der Zuschnitt der Schindel auf der Schneidbank. Je nach Verwendungszweck wird die Größe der Schindel gewählt. Von der kleinen Anschlagschindel für Wandverkleidungen mit ca. 15 cm, bis zur "Lander" (Legschindel) für Dacheindeckungen mit über 90 cm Länge, reicht der Bogen der von Schindelmacher hergestellten Produkte. Landeraxt, Schindelmesser, Schindelhammer, Profileisen, Schneidmesser und Schneidbank sind seine Werkzeuge.Die Rückbesinnung auf natürliche Baustoffe bringt den wenigen noch tätigen "Schindlern" neue Aufträge.
Herstellung der "Deichel"
Die Herstellung der Wasserleitung war Arbeit des Brunnenmachers. Von ihm wurden Fichtenstämme in der Längsrichtung durchbohrt und unter Verwendung von geschmiedeten Buchsen "Deichel" (Leitungsrohre) aneinander gestoßen. Sehr oft waren es Zimmerleute, die diese Arbeiten verrichteten. Die Hauptleitung in Oberstdorf verlief vom Quellgebiet nahe der Seealpe quer durch den Ort, am Grunde des Dorfbaches verlegt. Das fließende Wasser verhinderte das Einfrieren der Leitung und das Faulen der Holzrohre. Deichelbohrer ("Näber") verschiedenen Kalibers, geschmiedete Buchsen, Bohrknecht und andere Werkzeuge des Brunnenmachers sehen wir rechts an der Wand.

s'Nuischte

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