Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
87561 Oberstdorf, Oststr. 13 * Telefon: (08322) 5470 / 2226 / 2218 * Kontaktformular
 
Unsere englischen Seiten  Unsere französischen Seiten  Unsere italienischen Seiten  Unsere spanischen Seiten  
 
 
 

Rundgang durch das Oberstdorfer Heimatmuseum

22. Jagd I

Als Mitte des 19. Jahrhunderts Prinz Luitpold von Bayern eine seiner Hofjagden nach Oberstdorf verlegte, brachte dies gleichzeitig auch den gerade entstehenden Tourismus in Oberstdorf in Schwung. Wo das Königshaus seine Freizeit verbrachte, wollte auch das Bürgertum nicht fehlen. Dazu verschuf es vielen einheimischen Jägern und deren Familien zu Brot und bescheidenem Wohlstand. Natürlich gab es trotzdem immer wieder wagemutige Oberstdorf, die heimlich zur Jagd unterwegs waren.

Seit alter Zeit spielt die Jagd in unserem wildreichen Gebiet eine bedeutende Rolle. Jahrhundertelang lag die Ausübung des Jagdrechtes in der Hand der jeweiligen Landesherrschaft. Die einheimische Bevölkerung hingegen betrachtete - trotz harter Strafen - die Jagd als ein ihr zustehendes Recht. Die AbschrauberWilderei (siehe Bild)  konnte deshalb nie ganz ausgerottet werden und galt mehr oder weniger als Kavaliersdelikt. Neben den kapitalen Hirschtrophäen an den Wänden sind besonders die starken Gemskrucken in der Hochvitrine interessant. Prämierte Rehgehörne und abnorme Gemskrucken sind, neben verschiedenen Jagdutensilien, in der Mittelvitrine ausgestellt. "Requisiten" von dem Wilderer Anton Desinger (genannt "Bums", siehe Bild) aus der Birgsau, der in der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts "berühmt" war, füllen neben Fuchs- und Marderfallen, Tierpräparaten und jagdlichem Zubehör die Vitrinen. Der im Renaissancestil gehaltene Stuhl des Prinzregenten Luitpold aus dessen Oberstdorfer Jagdhaus, seine Büste und eine eigene Vitrine  (siehe Bilder) erinnern an die Hofjagden der Wittelsbacher zwischen 1851 und 1918. Auch die Trophäe des seit Urzeiten ersten im Allgäu geschossenen Steinbockes (siehe Bild) im Jahr 1995 ist ausgestellt. Ein "StacheldrahtGeweih" (siehe Bild) weist auf einen tragisch geendeten Brunftkampf zweier Hirsche hin. Neben jagdbarem Wild wohnen in den Revieren eine Menge kleinerer Lebewesen. Eine Reihe von Schmetterlingen und Insekten beinhaltet die Wandvitrine, unter der eine interessante Truhe von 1663 steht.

 

s'Nuischte

Newsletter "Museumspost" ... 2 - 3 mal im Jahr Museums-Grüße mit Information aus dem Heimatmuseum erhalten. Melden Sie sich für unsere "Museumspost" an - wir freuen uns.
PS: Am Ende jeden Newsletters findet Ihr einen Link, mit dem Ihr euch wieder abmelden könnt!
 

- Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen -