Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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Rundgang durch das Oberstdorfer Heimatmuseum

06. Land- und Alpwirtschaft

Die Alpwirtschaft war von je her einer der wichtigsten Erwerbszweige in unserem Bergdorf. Im 19. Jahrhundert wurde er dann noch wichtiger, als die Käseproduktion bei uns Fuß fasste 

Das von Museumsgründer Wilhelm Math geschaffene Modell der Alpe Dietersbach, zeigt die Sennalphütten, wie sie mehr als ein Jahrhundert im Gerstruber Tal Wind und Wetter trotzten, bis sie im Winter 1974/75 durch eine Staublawine teilweise zerstört wurden. Rechts neben dem Modell erblicken wir bäuerliche Gerätschaften, wie Schafkluppe, Schafschere, Sicheln, Torfspaten, Radschuh u.a., die längst der Vergangenheit angehören. Bockhorn und Schalmai, für den Ruf des Hirten, sind auch heute noch im Gebrauch.

Die Tallagen waren für Ackerbau und Weidewirtschaft zu klein. Der Mangel an Grasland zwang die Bauern, Pferde, Rinder, Schafe und Ziegen während der Sommermonate auf höhergelegenen Rodungsflächen, den Alpen, weiden zu lassen. Grashänge im Gebirge, die für die Beweidung zu steil oder völlig unwegsam waren, wurden gemäht und dort das würzige Bergheu gewonnen. Der Abtransport des Heus war im Sommer nicht möglich. Erst wenn im Winter Schnee und Lawinen die Schluchten und Felsabstürze glattgestrichen hatten, wurde es im "Heuzug" zu Tal gebracht. Bergheuen und Heuzug waren eine schwere, mühevolle und oft lebensgefährliche Arbeit. Im Modell ist das "Kriegen" (herunterkriegen, abseilen, der ca. 2 1/2 Zentner schweren Heuburden) an dem rund 200 Meter langen Kriegseil dargestellt.

In der linken Raumecke sind die Feuerstelle und die Ausstattung einer "Bearghoibar-Hütte" angedeutet. Diese einfache Behausung diente den Bergheuern über Wochen als Unterkunft. Fotos und Ölbilder veranschaulichen Arbeitsvorgänge beim Bergheuen und beim winterlichen Heuzug. Rechts des Ausganges hängen Schwendaxt und Schwendsensen. Das sind die hauptsächlichen Werkzeuge, mit denen einst aus der Naturlandschaft die Kulturlandschaft unserer Alpweiden geschaffen wurde. Das Schwenden (Roden) ist auch heute noch notwendig, wenn sich nicht die Wildnis, die ihr abgerungenen Flächen zurückholen sollte.

s'Nuischte

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