Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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Rundgang durch das Oberstdorfer Heimatmuseum

04. Webstube (Raum 4)

Früher befand sich in jedem Oberstdorfer Bauernhaus eine Webstube, in der selbstgeerntete Flachs im Winter zu Leinwand gewoben wurde. Nachdem die Leinwandweberei aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben wurde, benutze man den Webstuhl, um "Bändelblachen" (Teppiche, Läufer) herzustellen.

Wie schon vorher Stube und Küche ist auch dieser Raum (Fußboden, Wände, Decke) im Originalzustand erhalten. Er wurde wahrscheinlich im Jahr 1848 angebaut.

Kaum ein Haus war früher in Oberstdorf zu finden, das nicht eine Webstube oder einen Webkeller aufweisen konnte. Flachs (Lein) wurde angebaut und nach der notwendigen Feldarbeit zu Hause weiterbearbeitet. Über Jahrhunderte war die Leinenweberei ein zweites Standbein neben der Viehzucht. Für die auf den Web- oder Wirkstühlen hergestellten Leinenstücke musste dann in Immenstadt auf der "Leinwandschau" ein Käufer gefunden werden. Bescheiden waren die Einkünfte der Leinenweber, aber sie halfen, die Familien vor der größten Not zu schützen.

Im Jahre 1800 waren in Immenstadt noch 36.000 "Stuck" (Ballen mit etwa 28 bis 33 Metern Länge) Leinen angeboten und verkauft worden; 1830 waren es derer gerade noch 236. Die Einfuhr billiger Baumwollwaren und schließlich deren mechanische Herstellung im eigenen Lande ließen die Weber brotlos werden. Zur Mitte des 19.Jhrh. hin erfolgte daher zwangsweise die Umstellung auf Milchwirtschaft. Es war der Wandel vom "Blauen Allgäu" (Flachs blüht blau) zum "Grünen Allgäu", dem Allgäu der Weidewirtschaft.

Die Bearbeitung des Rohproduktes Flachs ist im Raum 18 dargestellt.

In den hölzernen Webstuhl ist eine "Bändlblache" (Fleckenteppich) eingespannt, daneben sind Webgeschirre für Bänder und Traggurte zu sehen. Garnhaspel, Garnspulen und Weberutensilien erregen weiter unser Interesse.

s'Nuischte

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