Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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Rundgang durch das Oberstdorfer Heimatmuseum

01. Stube (Raum 1)

In dieser typischen Oberstdorfer Bauernstube sind Decke, Boden und Wandtäfelung im Original erhalten. Sie war der wichtigste und einzig richtig beheizte Raum im Haus, in dem man sich am Abend auf der langen Holzbank zum "Huigaarte" traf. Bei Handarbeiten unterhielt man sich und erzählte sich heimlich und unheimliche Geschichten.

Der aus Bachsteinen gemauerte und mit Lehm verstrichene Ofen wird vom Flur aus beheizt und funktioniert heute immer noch. Der ursprünglich Ofen besaß noch keinen Kamin. Der Rauch entwich einfach wieder durch die Ofentür und verteilte sich in der Flurküche. Erst nach Einführung der Brandversicherung wurde er an eine Kamin angeschlossen. Die gemütliche Ofenbank ist der wärmste Platz im Haus und umschließt den Wärmespender. Darüber sind Ofenstangen zum Trocknen nasser Kleidung angebracht. Vor der Bank steht ein Spucknapf. Sie war früher mit Sägemehl gefüllt und der Hausherr konnte den Deckel mit einem Druck öffnen, um anschließend seinen Kautabak hineinzuspucken.

Im Herrgottswinkel neben dem Kruzifix (18.Jhrh.) befinden sich zwei Hinterglasbilder: Heilige Anna und Christi Geburt. Davor der Tisch mit der schon dünngescheuerten Ahornplatte, Eckbank und verschiedene, nach alter Manier gearbeitete, Stühle. Diese heimelige Ecke wird heute gerne für Hochzeiten genutzt.

Die kleine Landwirtschaft konnten die Bewohner alleine nicht ernähren. Sie betrieben deshalb nebenbei - besonders im Winter - ein Handwerk. So befindet sich hier in der Ecke der Wohnstube, das war der einzige ganztags beheizte Raum im Hause, eine Schusterwerkstatt. Die grobgenähten, mit Nägeln und Griffeisen beschlagenen Schuhe wurden hier neben feineren "Sonntagsschuhen" hergestellt. Die Schusterkugeln auf dem Arbeitstisch waren mit Wasser gefüllt und reflektierten das Licht der Öl- oder Talglampe. So konnte der Schuhmacher auch am Abend noch Näharbeiten ausführen.
Frauen beschäftigten sich gerne mit der Herstellung von Naturfasern. So sehen wir u.a. eine Spinnrad zur Fabrikation von Wollfäden und auch eine Haspel zum Aufwickeln der gewonnen Fäden.
An der Türseite befindet sich eine Hirschgeweih, dem einige Sprossen fehlen. Es stammte vom ersten Hirschen, der Mitte des 19. Jahrhunderts wieder bei uns geschossen wurde. Auf dem Bild, das dazwischen angebracht ist, sehen wir die letzte Besitzerin "Barbara Köcheler". Sie vermachte ihr Anwesen der Gemeinde.

Zwischen den Südfenstern fällt ein Bild vom "Bachtlmändle" auf. Er war in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts ein gefragter Naturheilkundiger.  
Die beiden Pendeluhren links und rechts der Gadentüre schlugen den früheren Bewohnern die Stunden und zeugen von einem gewissen Wohlstand.
PS: Das breite Bild oben wurde extra für den neuen Flyer 2016 von Herbert Gruber aufgenommen!

Einen ausführlichen Artikel über unsere Stube fand sich im September 2014 im Oberstdorf Magazin.

s'Nuischte

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