Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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Unser Museumsarchiv

Die Entstehung des Museums

Zum 25. Jubiläum des Trachtenvereines wurden 1926 alte Sachen für den Festzug gesammelt. Diese waren Anlass über die Gründung eines Museums nachzudenken.

Die Idee

Keine Kunstwerke von Rembrandt oder Dürer, keine Wunderwerke der modernen Technik und auch keine Juwelen aus der Schatzkammer eines gekrönten Hauptes beherbergt unser Museum. In ihm wird schlicht und einfach über das Leben früherer Generationen, das Leben von Bergbauern, das hart und entbehrungsreich war, berichtet. Über Land und Leute und die wechselvolle Geschichte Oberstdorfs, darüber soll das Heimatmuseum Auskunft geben. Es soll das Althergebrachte bewahren und kommenden Generationen die Leistungen der Vorväter, auf die sich die Gegenwart aufbaut, immer wieder vor Augen führen. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen.

1926 - Wohin mit dem Sammelgut?

Das fünfundzwanzigjährige Gründungsfest des Gebirgstrachtenvereines Oberstdorf im Jahre 1926 war Anlaß, alte Möbel, Kleider, Werkzeuge und Gerätschaften zu sammeln, um sie entsprechend plaziert auf Wagen im Festumzug mitzuführen. Warum das volkskundlich wertvolle Sammelgut wieder auf den Speichern den Motten und Holzwürmern zum Fraß überlassen, war die Frage nach dem gelungenen Fest. Die Idee, alles in einem Museum zu sichern und auszustellen, fiel auf fruchtbaren Boden.

1927 - 1931 - Die Suche nach einem Gebäude

Am 15.3.1927 erklärt sich die Hauptversammlung des Trachtenvereins einstimmig für die Schaffung eines Heimatmuseums und wählt zur Lösung dieser Frage einen erweiterten Ausschuss, bestehend aus den Herren: Hohenadl sen, A Gschwender, A Hofmann, K Richter, Josef und Otto Schratt, Anton Huber, O Hengge. Die Suche nach einem geeigneten Gebäude begann. Angedacht und dann aber wieder verworfen wurden u.a. das Trettachhäusle und das königliche Jagdhaus. Im Jahre 1929 wollte man auf einem Grundstück südlich des alten Mühlenstadels neu bauen. Rund 24.000 Reichsmark sollte das neue Gebäude kosten. Bürgschaftserklärungen über 16.000 Reichsmarkt wurden in kürzester Zeit gezeichnet. Als die Gemeinde einen Teil der Zinsgarantien übernehmen sollte, wurde dies in einer Gemeinderatssitzung 1930 jedoch abgelehnt. Gemeinderat Otto Hengge gab der Verwunderung Ausdruck, dass man wegen dieser paar Tausen Mark so lange herumrede; denn für die Skimeisterschaft müsse die Gemeinde mehrere 10.000 Mark opfern.

1931 - Die Lösung

1931 kam Gemeinderat Joseph Renn, Jäcklar, auf die Idee, eine freiwerdende Wohnung im Köcheler'schen Anwesen - Haus Nummer 82 - als Museum zu nutzen. 1. Bürgermeister Neidhart unterstütze diese Bestrebung und rannte damit beim Trachtenverein offene Türen ein. Die kostenintensiven Neubaupläne konnten zu den Akten gelegt werde. Das Haus aus dem Jahre 1620, das ja schon selbst eine Art Museum war, schien bestens geeignet. Als Vormieter Wilhelm Geißler seine letzte Habe aus der Wohnung brachte, trugen Sepp Joas und Wilhelm Math schon die ersten Truhen hinein.

Die Männer der ersten Stunde

Am 29.12.1931 tagte in der bereits wohnlich eingerichteten Stube erstmals der neu gewählte Museumsausschuss. Er bestand aus folgenden Vertretern: 1. Vorsitzender Otto Kerle, Schriftführer Karl Hofmann, Kassier Thaddäus Jäger und Museumspfleger Wilhelm Math. Otto Kerle gab seinen Posten jedoch aus gesundheitlichen Gründen schon bald darauf an Seppl Joas ab. Grundverschiedene Berufssparten und Interessen trafen sich da und das war gut: Karl Hofmann war Schriftsetzermeister, Thaddäus Jäger Korbmachermeister, Seppl Joas Landwirt und Wilhelm Math Holzbildhauer. Er war der Koordinator und Motor der Gruppe.

Wilhelm Math Sepp Joas Thaddä Jäger Karl Hofmann
Wilhelm Math
1893 - 1979
Sepp Joas
1895 - 1982
Thaddä Jäger
1882 - 1952
Karl Hofmann
1899 - 1985

Mit einer Reihe weiterer Helfer machten sie sich ans Werk. Damit die Mieter aus dem 2 Stock nicht durch das Museum zu ihren Wohnungen gelangen mussten, wurde eine Außentreppe erstellt. Jetzt ging es erst richtig los: 9 Räume und eineinhalb Hausflure mussten renoviert und eingeräumt werden. Einige Tausend freiwilliger Arbeitsstunden waren dafür notwendig.

 
 

s'Nuischte

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- Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen -