Heimatmuseum Oberstdorf

Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben im Bergdorf Oberstdorf

  

 
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Unser Museumsarchiv

Das Thema „Alpinismus“ im Museum

Im September 2015 erschien dieser Artikel im Oberstdorfer Magazin:


Der Alpinismus bildet von Beginn an den wichtigsten Eckpfeilern des im 19. Jahrhundert langsam wachsenden Tourismus in Oberstdorf. Aus diesem Grund widmet das Museum diesem Thema einen eignen Raum. Reiches Bild- und Sachmaterial behandeln die Erschließung der Oberstdorfer Berge und deren Ersteigungsgeschichte von der Mitte des vorigen Jahrhunderts an.
Seit über 5000 Jahren werden die Allgäuer Alpen von Menschen besucht: Jäger, Hirten, Säumer, Wallfahrer, Händler, Schmuggler, Mineraliensucher, Bauern u.v.m. Sie alle wagten sich, soweit es ihre Zwecke erforderte die Berge hinauf. Die felsigen und steilen Gipfel selbst waren für sie einerseits wirtschaftlich uninteressant und andererseits auch verwunschene und geheimnisvolle Orte, die man besser mied. Als Maximilian 1806 zum ersten bayrischen König ernannt wurde, ließ er sein neues Reich vermessen. Leutnant Aulitscheck bestieg aus diesem Grund 1822 viele Oberstdorfer Berge. Die Urpositionsblätter geben Zeugnis davon. Danach wagen sich Botaniker und Geologen in die unbekannte Bergwelt vor. Die bekanntesten waren Dr. Otto Sendtner und Carl Wilhelm von Gümbel. Natürlich wurden sie von Einheimischen geführt. Damals fangen junge Oberstdorfer selbst an, Interesse an unseren Gipfeln zu finden: Leo Dorn und Thade Blattner bezwingen die Höfats, die Brüder Alois, Mattias und Urban Jochum und Baptist Schraudolph die Trettach. Hermann von Barth, Anton Waltenberger und Anton Spiehler waren die ersten echten Hochtouristen des Allgäus. Mit einheimischen Führern bestiegen sie zahllose Oberstdorfer Berge einfach aus der Lust zum kühnen Wagen. In ihren schriftlichen Werken hielten sie die Touren für Nachwelt fest und sorgten dafür, dass immer mehr Interesse am Bergsteigen in Oberstdorf bekamen. Bilder dieser frühen Oberstdorfer Bergsteiger und -führer sind auf der linken Wandseite zu sehen. Die alten Aushängekasten der Bergführer, Führerordnung und Führertarif geben Einblick in die Arbeit und Sorgen dieses Berufsstandes. Die erste Bergführerordnung wird 1876 erlassen. Die Führer übernehmen bis zur Gründung der Bergwacht im Jahr 1920 auch die Bergrettung. Mit der Gründung der Alpenvereinssektion Allgäu im Jahre 1869 nahm die Erschließung der Berge Fahrt auf. Vor der Jahrhundertwende waren fast alle bekannten Wege erstellt und Waltenberger Haus, Edmund-Probst-Haus, Rappenseehütte und Kempter Hütte erbaut. Wie diese damals zu Fuß oder mit Maultier ersorgt wurden, ist anschaulich dargestellt. Alle Gipfel waren bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf einfacheren Wegen bezwungen. Sportkletterer nehmen sich jetzt die schwierigeren Routen und Wände vor. Steigeisen, Eispickel, Bergseile, Kletterhämmer, Haken, Führerbücher und Führerzeichen lenken unsere Gedanken zurück in diese Zeit.
Das Heimatmuseum Oberstdorf lädt Sie ein zu einer Reise in die Vergangenheit unseres Bergdorfes. Aber bringen Sie viel Zeit - es gibt sehr viel Interessantes zu sehen!

s'Nuischte

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