Heimatmuseum Oberstdorf

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Unser Museumsarchiv

„Hölbling-Jahr“ im Museum

Eine gnaze Reihe von Bildern des Künstler Hölblings, ließen mich einen Artikel für den "Oberstdorfer" schreiben.

Wie es scheint wird das Jahr 2014 für unser Museum offenbar ein „Hölbling-Jahr“. Nachdem ich schon im Winter eines seiner Landschaftbilder dem Museum überließ, kam jetzt ein ganzes Paket mit weiteren 17 Bildern aus dem Nachlass seiner Tochter Maria Kuisle aus Hindelang ins Museum. Gespendet wurden sie dieses Mal von seinen Enkeltöchtern Anita Kuisle, Beate Kuisle und Marlene Gernböck.
Eigentlich deutete in Hölblings Vita lange nichts darauf hin, dass er einmal Kunstmaler werden würde. Er wurde am 17. Januar 1897 in Wien als Sohn eines Hofrats geboren. Nach seinem Abitur überlebte er im Ersten Weltkrieg seinen Einsatz als Gebirgsjäger an der Italienfront. Danach studierte er Chemie und arbeitete als Diplomchemiker in Berlin, Schwandorf und Zwickau. Gegen Ende des 2. Weltkrieges flüchtete er mit seiner damaligen Familie nach Missen-Wilhams. Wie viele andere stand auch er seinerzeit ohne Arbeit da und musste schauen, wie er seine Familie ernähren konnte. Von seiner Mutter hatte er glücklicher Weise nicht nur das Malen gelernt, sondern auch das Talent geerbt und so machte er nun sein Hobby zum Beruf. 1945 zog er nach Hindelang. Wenn man einem Gerücht Glauben schenken darf, nahm er dort den Kunstbegriff „plainair“ zu wörtlich und fertigte seine Landschaftsbilder in der Hindelanger Natur auch so wie Gott ihn schuf - ganz natürlich. Da dies in Hindelang anscheinend einigen Ärger verursachte, packte er notgedrungen wieder seine Sachen. Am 25. Juni 1953 zog er schließlich als Untermieter bei der Oberstdorfer Familie Schratt in der Oststraße 33 ein. Auch als das alte Anwesen durch ein neues ersetzt wurde, blieb er dort Mieter bei Familie Hehl. Von hier aus radelte er mit Rucksack und Staffelei bepackt mit seinem wehenden schlohweißen Haarschopf bis in die hintersten Winkel unserer Täler. Dort suchte er nach den schönsten Aussichten für seine beliebten und technisch immer versierter werdenden Landschaftsbilder. Diese Ölgemälde stellte er anschließend in zwei großen Vitrinen aus, die westlich vor dem Haus in der Oststraße standen. Seine Malereien waren ehemals bei den Kurgästen ein beliebtes Mitbringsel aus dem Urlaub und so konnte er leidlich von seiner Passion leben. Neben diesen Landschaftsbildern portraitierte er häufig Touristen und fertigte auch einige Stillleben in Öl an. Bis ins hohe Alter war er künstlerisch aktiv und verstarb mit 93 Jahren am Fastnachtssonntag friedlich in seiner Wohnung. Begraben wurde er auf unserem Waldfriedhof.
Neben diesen oben erwähnten 18 Bildern befindet sich noch ein weiteres großformatiges Bild, das Karl Schädler dem Museum überließ, in unserem Besitz (siehe Bild rechts). Außerdem hängt eine Reihe seiner Gemälde in Oberstdorfer Stuben. Wenn sich 2017 sein Geburtstag zum 120. Male jährt, wäre vielleicht der ideale Zeitpunkt, um all diese Werke einmal gesammelt in einer Sonderausstellung der Öffentlichkeit zu präsentieren und diesen beliebten Oberstdorfer Künstler zu ehren.
 

s'Nuischte

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