| leider ist es jetzt
offiziell: Nach einem Artikel im Allgäuer Anzeigeblatt von Michaela
Schneider am 19.5.2010 müssen auch wir vom Heimatmuseumsverein mit
Bedauern akzeptieren, dass unser Projekt das Lexar-Hüs in den Museumshof
zu translozieren, gescheitert ist. Bis zum Schluss hofften wir auf den
rettenden Strohhalm.
Doch kurz zurück
in der Historie. Im Januar 2007 wurden wir auf das Gebäude aufmerksam und
schon schnell entwickelte sich die Idee, dieses Gebäude durch eine
Versetzung in unseren Museumsgarten vor den Verfall zu retten. Mit dem
Wissen, dass in Oberstdorf in den letzten Jahrzehnten bald mehr alte
Häuser abgerissen und für immer verlorengegangen sind als beim Großen
Brand 1865, machten wir uns an die Planung. Schon im Sommer stellten wir
unsere Idee bei einem Vortrag unseren Mitgliedern und der Öffentlichkeit
vor. Von den meisten Anwesenden wurde unser Ansinnen positiv
aufgenommen.
Um
genauere Daten und auch Kosten zu erhalten, ließen wir von einem Fachmann
für alte Gemäuer, Herrn Dr. Uhl, eine Bauaufnahme erstellen. Diese
hervorragende Arbeit, wir hoffen diese zusammen mit Herrn Dr. Uhl noch
veröffentlichen zu können, bewies deutlich, wie wertvoll dieses Haus für
unsere Ortsgeschichte ist. Bei der dentrochronologischen Untersuchung der
Holzbalken fand Dr. Uhl dann zusätzlich heraus, dass die Ursprünge des
Hauses bis 1537 zurückreichen. Damit wäre das Lexar Hüs wohl das älteste
bisher untersuchte Bauernhaus in Oberstdorf.
Natürlich war
das Ergebnis für uns eine Bestärkung das Projekt weiter voranzutreiben.
Gleichzeitig wussten wir, dass ab jetzt die Gefahr bestand, dass auch das
Bayerische Landesamt für Denkmalpflege darauf aufmerksam werden könnte.
Aus diesem Grund versuchten wir, ab Mitte 2008 weniger in die
Öffentlichkeit dringen zu lassen. Im Hintergrund führten wir
Verhandlungen, um an Zuschüsse zu gelangen, denn 600.000 € konnten wir
alleine nicht schultern. Natürlich planten wir auch einen Spendenaufruf,
der jedoch nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeutet hätte. Im Zuge
dieser Verhandlungen mussten wir notwendigerweise die Ergebnisse unserer
Untersuchung einbringen, obwohl wir die Arbeit selbst nie aus der Hand
gaben und diese nur zur Einsicht zur Verfügung stellten. Wahrscheinlich
machte eine dieser Stellen dann schlussendlich das Landesamt für
Denkmalpflege auf das Gebäude aufmerksam und die Dinge nahmen ihren Lauf.
Wir möchten
nicht verhehlen, dass dies zwar unser Projekt endgültig abwürgte, es
jedoch noch weitere Verhinderungsgründe gab. Wie schon erwähnt, hätten wir
die Versetzung nur über Zuschüsse erreichen können. Diese wurden uns
jedoch nicht in ausreichendem Maße bewilligt. Uns fehlten wohl die
einflussreichen, politischen Kontakte, wie sie das Bergbauerndorf in
Missen oder das Bauernhofmuseum in Illerbeuren besitzen. Dazu erfolgte
2009 noch ein Besitzerwechsel in einem Nachbarhaus. Der vorherige
Eigentümer hatte uns zugesichert, dass er die erforderlichen
Abstandsflächen übernehmen würde. Dies wurde uns vom Neuen nicht mehr
zugestanden.
Trotzdem besteht in der Vorstandschaft noch die Hoffnung, das
Lexar-Hüs auf irgendeine Art zu retten. Vielleicht findet sich eine Lösung
oder ein Sponsor für die Erhaltung des Kleinods am angestammten Platz oder
eventuell doch noch an anderer Stelle. Wir bleiben weiter auf der Suche!
Auf jeden Fall wollen wir das Lexar-Hüs wenigstens ideell in Erinnerung
erhalten. Wir planen gemeinsam mit Dr. Uhl eine Veröffentlichung in Heft-
bzw. Buchform. Neben der Bauaufnahme selbst wollen wir darin weitere
Artikel über seine Bewohner und seine Vergangenheit
platzieren.
Zum Schluss möchte ich noch aus dem
Kommentar zitieren, den Frau Michaela Schneider zu dem oben erwähnten
Artikel im Allgäuer verfasste:
„Aus Sicht des Denkmalschutzes mag es sinnvoll sein, Häuser
nicht zu versetzen, um deren historischen Wert so umfassend wie
möglich zu erhalten. Beim Lexar-Hüs aber tut es einem
Geschichtsfreund schlichtweg weh, wenn das Kleinod weiter verfällt. Schade
für den Museumsverein, der sich so massiv engagiert hatte.
Schade für
Oberstdorf.“ |