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Heimatmuseum Oberstdorf
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
  
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Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
Oberstdorf, den 20. Mai 2010 
's Nuischte für ....
  
Liebe Mitglieder des Heimatmuseums,
leider ist es jetzt offiziell: Nach einem Artikel im Allgäuer Anzeigeblatt von Michaela Schneider am 19.5.2010 müssen auch wir vom Heimatmuseumsverein mit Bedauern akzeptieren, dass unser Projekt das Lexar-Hüs in den Museumshof zu translozieren, gescheitert ist. Bis zum Schluss hofften wir auf den rettenden Strohhalm.

Lexar-HüsDoch kurz zurück in der Historie. Im Januar 2007 wurden wir auf das Gebäude aufmerksam und schon schnell entwickelte sich die Idee, dieses Gebäude durch eine Versetzung in unseren Museumsgarten vor den Verfall zu retten. Mit dem Wissen, dass in Oberstdorf in den letzten Jahrzehnten bald mehr alte Häuser abgerissen und für immer verlorengegangen sind als beim Großen Brand 1865, machten wir uns an die Planung. Schon im Sommer stellten wir unsere Idee bei einem Vortrag unseren Mitgliedern und der Öffentlichkeit vor. Von den meisten Anwesenden wurde unser Ansinnen positiv aufgenommen.

Um genauere Daten und auch Kosten zu erhalten, ließen wir von einem Fachmann für alte Gemäuer, Herrn Dr. Uhl, eine Bauaufnahme erstellen. Diese hervorragende Arbeit, wir hoffen diese zusammen mit Herrn Dr. Uhl noch veröffentlichen zu können, bewies deutlich, wie wertvoll dieses Haus für unsere Ortsgeschichte ist. Bei der dentrochronologischen Untersuchung der Holzbalken fand Dr. Uhl dann zusätzlich heraus, dass die Ursprünge des Hauses bis 1537 zurückreichen. Damit wäre das Lexar Hüs wohl das älteste bisher  untersuchte Bauernhaus in Oberstdorf.

Laxar-Hüs im MuseumsgartenNatürlich war das Ergebnis für uns eine Bestärkung das Projekt weiter voranzutreiben. Gleichzeitig wussten wir, dass ab jetzt die Gefahr bestand, dass auch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege darauf aufmerksam werden könnte. Aus diesem Grund versuchten wir, ab Mitte 2008 weniger in die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Im Hintergrund führten wir Verhandlungen, um an Zuschüsse zu gelangen, denn 600.000 € konnten wir alleine nicht schultern. Natürlich planten wir auch einen Spendenaufruf, der jedoch nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeutet hätte. Im Zuge dieser Verhandlungen mussten wir notwendigerweise die Ergebnisse unserer Untersuchung einbringen, obwohl wir die Arbeit selbst nie aus der Hand gaben und diese nur zur Einsicht zur Verfügung stellten. Wahrscheinlich machte eine dieser Stellen dann schlussendlich das Landesamt für Denkmalpflege auf das Gebäude aufmerksam und die Dinge nahmen ihren Lauf.

Im Lexar-HüsWir möchten nicht verhehlen, dass dies zwar unser Projekt endgültig abwürgte, es jedoch noch weitere Verhinderungsgründe gab. Wie schon erwähnt, hätten wir die Versetzung nur über Zuschüsse erreichen können. Diese wurden uns jedoch nicht in ausreichendem Maße bewilligt. Uns fehlten wohl die einflussreichen, politischen Kontakte, wie sie das Bergbauerndorf in Missen oder das Bauernhofmuseum in Illerbeuren besitzen. Dazu erfolgte 2009 noch ein Besitzerwechsel in einem Nachbarhaus. Der vorherige Eigentümer hatte uns zugesichert, dass er die erforderlichen Abstandsflächen übernehmen würde. Dies wurde uns vom Neuen nicht mehr zugestanden.

Trotzdem besteht in der Vorstandschaft noch die Hoffnung, das Lexar-Hüs auf irgendeine Art zu retten. Vielleicht findet sich eine Lösung oder ein Sponsor für die Erhaltung des Kleinods am angestammten Platz oder eventuell doch noch an anderer Stelle. Wir bleiben weiter auf der Suche! Auf jeden Fall wollen wir das Lexar-Hüs wenigstens ideell in Erinnerung erhalten. Wir planen gemeinsam mit Dr. Uhl eine Veröffentlichung in Heft- bzw. Buchform. Neben der Bauaufnahme selbst wollen wir darin weitere Artikel über seine Bewohner und seine Vergangenheit platzieren.

Zum Schluss möchte ich noch aus dem Kommentar zitieren, den Frau Michaela Schneider zu dem oben erwähnten Artikel im Allgäuer verfasste:

„Aus Sicht des Denkmalschutzes mag es sinnvoll sein, Häuser nicht zu versetzen, um deren historischen Wert so umfassend wie möglich zu erhalten. Beim Lexar-Hüs aber tut es einem Geschichtsfreund schlichtweg weh, wenn das Kleinod weiter verfällt. Schade für den Museumsverein, der sich so massiv engagiert hatte.
Schade für Oberstdorf.“

Euer "Webmaschter"
Alex Rößle
heimatmuseum@oberstdorf.com
  
Falls ihr S' Nuieschte vum Huimatmuseum nicht mehr erhalten wollt, dann könnt ihr euch über folgenden Link austragen: http://www.heimatmuseum-oberstdorf.de/s-nuischte.htm
Ich würde mich aber auch sehr freuen, wenn ihr S' Nuieschte vum Huimatmuseum weiterempfehlen würdet. Ihr braucht nur die entsprechende Emailadresse in unser Formular einzutragen!
http://www.heimatmuseum-oberstdorf.de/s-nuischte.htm
Heimatmuseum Oberstdorf - Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart begreifen.