Heimatmuseum Oberstdorf  
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
Nur wer die Vergangenheit kennt, kennt die Gegenwart
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Museums-Anbau muss warten
Zuschuss-Situation nicht rosig - Projektstudie soll Tür öffnen - Wertvolle Grafik-Mappe
Oberstdorf (pts).
Auf finanziell bessere Zeiten hofft der „Verein Heimatmuseum Oberstdorf', um sein Ziel eines millionenschweren Museums-Anbaus zu verwirklichen. Derzeit ist die Zuschuss-Situation nicht rosig. Gleichwohl, so erfuhren die Mitglieder in der Jahresversammlung, legt man nicht die Hände in den Schoß. Eine 12000 Büro teure „Projektstudie" soll als „fertiges Konzept" in der Schublade" liegen, wenn die Erweiterung des Heimathauses hoffentlich auch mit EU-Geldern konkret angepackt werden kann.
Das Vorhaben des seit 25 Jahren amtierenden und in der Zusammenkunft wiedergewählten Vorsitzenden Peter Weiß sowie von Museumspfleger Eugen Thomma hat grenzüberschreitenden Charakter. In dem geplanten modernen Museums-Anbau in der Oststraße soll nämlich die wirtschaftliche Verflechtung früherer Jahrhunderte mit dem österreichischen Kleinwalsertal und Lechtal ebenso dargestellt werden wie die Aufwärtsentwicklung des Tourismus (wir berichteten).
Seit dem Frühjahr 2002 hat der mittlerweile auf 119 Mitglieder angewachsene Verein einen genehmigten Bauplan und genügend eigene Rücklagen gebildet, wie der Kassenbericht von Armin Weitenauer ergab. Nur mit der notwendigen staatlichen und kommunalen Förderung sieht es derzeit nicht gut aus. Vorsitzender Weiß sicherte zu: „Der Baubeginn erfolgt erst dann, wenn eine einwandfreie Finanzierung da ist." Hilfreich in der Zwischenzeit dürfte aber die wissenschaftlich dokumentierte Projekt-Studie, glaubt man im Vorstand, selbst Wenn die Summe doch manchen Mistreiter zunächst sehr erschreckte.
Mundart-Lexikon fast fertig
Um die Fertigstellung eines Oberstdorfer Mundart-Lexikons ist es hingegen viel besser bestellt. 13 Dialektkundige Mitarbeiter haben fünf Jahre lang das ganze Alphabet einheimischer Sprachschöpfurigen durchgeackert. Noch in diesem Jahr will der Museumsverein das etwa 400 Seiten starke Werk mit mehr als 4000 Mundart-Begriffen als Druckwerk vorstellen. „Der ganze Wälzer muss nur noch korrigiert werden", berichtete Marie-Luise Althaus über die Arbeit der „Dialekt-Forscher.
Wenn auch das Heimatmuseum im vergangenen Jahr statt der üblichen 12000 Besucher nur 10000 zahlende Interessierte willkommen heißen durfte, so hat sich der gute Ruf der Historienschau doch bundesweit herumgesprochen. Der moderne Internet-Auftritt trug einen Teil dazu bei. Das Renommee rührt aber auch von der Möglichkeit her, in der Bauernstube den Bund fürs Leben zu schließen. 53 Paare aus allen Winkeln der Bundesrepublik gaben sich, zum Teil beobachtet durch Fernsehkameras, im Jahr 2002 in „Bayerns schönstem Hochzeitszimmer" (so eine Schlagzeile) vor dem Standesbeamten das Ja-Wort. Garantien für die Haltbarkeit der Zweier-Beziehungen gebe man aber nicht, schmunzelte Museumspfleger Thomma.
So durfte er in seinen Fundus ein beachtliches Geschenk aufnehmen. Zum 70. Geburtstag des Museumsvereins 2002 hatte eine Gönnerin eine Mappe mit Grafiken des deutschlandweit geachteten Oberstdorfer Malers Johann von Schraudolph gestiftet. Es sind Stiche, die bisher noch nie veröffentlicht wurden
.

aus dem Allgäuer Anzeigeblatt vom 7.2.03

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