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Heimatmuseum Oberstdorf
Geschichte, Brauchtum, Handwerk, Kunst, Sport und Leben in Alt-Oberstdorf
  
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Rumm und numm
Materialsammlung zur Zusammenarbeit mit dem Museum "Huber Hus"
Vorbemerkung
  Über viele Jahrhunderte bildeten das Illerquellegebiet im südlichsten Oberallgäu und das Lechquellgebiet, der Thannberg, eine regionale Einheit. Die natürlichen Überwege „Rumm und numm ibers Birg“ gehörten zu den gewach-senen und vielbegangenen Verbindungen. Erst seit dem Beginn des Autoverkehrs und dem dazugehörigen Bau der Straßen fielen sie in einen Dornröschenschlaf, der höchstens von Alpinisten, Jägern (oder Wilddieben), Hirten, Soldaten (oft Deserteuren) und Schwärzgern (Schmugglern) gestört wurde. Heute sind sie zwar fast nur noch von touristischer Bedeutung, erfreuen sich aber in den letzten Jahren wieder deutlich mehr Zulaufs (Fernwanderwege, Mountainbiken). Die Verbindungen zwischen den Dörfern selbst blieb jedoch größtenteils unterbrochen . Die Vorstandschaften der Museen Lechs (Huberhaus) und Oberstdorfs (Heimatmuseum) beschlossen im Jahre 2005, diese historischen, nachbarschaftliche Beziehung wieder aufleben zu lassen, Kontakte künftig gemeinschaftlich zu pflegen und über die Berge und Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten.
Vorschläge des Oberstdorfer Museums zur weiteren Zusammenarbeit
 

Bei einer Sitzung am 5. 9.07 erarbeitete ein Großteil der Vorstandschaft des Heimatmuseums Oberstdorf folgende Vorschläge für die kommende gemeinsame Sitzung.
Wir könnten uns die Zusammenarbeit in drei Feldern vorstellen.

Aufarbeitung gemeinsamer historischer Daten und Ereignisse, z.B.

  • Ausarbeitung der grenzüberschreitenden Verbindungen(1)
  • Die Geschichte des Schrofenpasses(2)
  • Familiäre Bindungen(3)
  • Auf den Spuren der Walser – Walserhäuser(4)
  • Sprache – Flurnamen
  • Wasserwirtschaft(5)
  • Alpinismus und Tourismus
  • Entwicklung im Skisport(6)

Gemeinsame Projekte

  • Wander- und Radtourenweg Oberstdorf – Lech(7)
  • Gemeinsamer Internetauftritt
  • Gemeinsame (wechselnde) Sonderausstellungen(8)

Gemeinsam arbeiten und planen

  • Regelmäßig gemeinsame Sitzungen der Museumsausschüsse
  • Gegenseitige Besuche der Vereinsmitglieder (Museumsausflüge)

Ausblick

  • Einbindung weiterer gemeindlicher Institutionen, z.B.
    • Treffen der Bürgermeister, Gemeinderäte, Tourismusdirektoren usw.
  • Gemeinsame Veranstaltungen anderer kultureller oder sportlicher Vereine
    • Gemeinsame musische Veranstaltungen, wie die des Mundartchors 1995
    • Mountainbike Marathon „Oberstdorf – Lech“

Wir hoffen mit dieser Zusammenstellung, unser Vorhaben der Zusammenarbeit weiter voranzubringen. Erstellt wurde sie nach den Aufzeichnungen aus der oben genannten Sitzung von Schriftführerin Agens Schöll und Webmaster Alex Rößle.

Fußnoten:

(1)      Huber Leo berichtet u. a.  in der Festschrift !“rumm und numm ibers Birg“ 1995: Als „Birgar“ bezeichnen wir die Einwohner von der Warth über die Orte Lech, Tannberg, Zürs, Hochkrumbach und dem Großen Walsertal. Bis 1816 gehörten die Orte Warth und Lech zum Dekanat Sonthofen und somit zum Bistum Augsburg.
Eine Sage erzählt, dass der Kirchturm zu Oberstdorf, der zu Lech und der Zu Mittelberg zur gleichen Zeit von Sarazenen oder „Heiden“ erbaut worden sei. Arabische Jahreszahlen in der Mittelberger Kirche und die Kunst, Mauern in dieser Höhe zu errichten, lassen schon auf italienisch-spanische Baumeister schließen.

(2)     gebaut 1795, 1440 erster Beleg über „weg und steg über Biberalp und über die Lechlyten“ siehe Th. Steiner
Materialzusammenstellung zu diesem Thema im Internet unter:
http://www.oberstdorf-heimatmuseum.de/archiv/thannberg/index.html

(3)    1618 wandert Christian Beiser vom Tannberg auf ein „Herberglin“ in der Gerstruben s. Gerstruben-Buch S. 56
verschieden „Walser“ Familien siedeln in Gerstruben an
Aus den Kirchenbücher:
Jochum Johann Josef und Hildebrand Katharina, Oberstdorf,
die Tochter Anna Maria ist 1800 in Lech geboren, heiratet 1829 Hindelang Joh. Ulrich von Birgsau,
Sohn Josef Anton geb. 1803 Dannberg am Lech,
Sohn Franz Josef geb. 1807 in Lech heiratet 1830 Fischer Johanna, deren Söhne Ulrich und Mathies und Alois? sind 1855 Erstbesteiger der Trettach, der Schwiegersohn Schraudolf Baptist bekannter Bergführer.

(4)    Lech                 -       Bürstegg
Oberstdorf      -       Gerstruben
Baustil der Häuser: z. B. das Huber-Haus in Lech und Siegfriedars Hüs (Lorettostraße),  mit Flugpfette, Lexars Hüs – ein Walserhaus??

(5)     Hochwasser, Muren, zuletzt 2004 in Lech und Oberstdorf

(6)    Skiclubgründung in Oberstdorf und Lech
Das große Vorbild der Gebrüder Schedler aber war der Arlberger Skipionier Hannes Schneider aus St. Anton. Fasziniert von den Fanck- Skifilmen mit Hannes Schneider, insbesondere vom „Wunder des Schneeschuhs“ (1920), traten sie den Weg zum Arlberg an. Er führte sie mit Skiern über Schrattenwang nach Mittelberg ins Kleine Walsertal, über den Hochalppaß nach Hochkrumbach, die Auenfelder nach Lech, Zürs und St. Anton. Selbstredend, daß es die Beiden auf dem Weg dorthin, dem Hannes Schneider gleichtaten und dessen waghalsigen Sprung über den Zürser Bach ausführten! ... Schneider hätte die schwarzhaarigen Schedler-Buben gerne bei sich in St. Anton als Skilehrer behalten, doch diese träumten von einem Skidorf, das sie nach dem Vorbild von Zürs zu Hause gründen wollten. (aus der Homepage vom Karatsbichl, 9/2007)

(7)    Oberstdorf – Lech – Gardasee
Das Mountainbike begann gerade seinen Siegeszug anzutreten, da reifte bei dem Allgäuer Bergführer Andi Heckmair die Idee, eine Route für eine Alpenüberquerung mit dem Rad zu suchen. Als Oberstdorfer war für ihn der logische Ausgangspunkt natürlich in Oberstdorf - als attraktives Ziel kam nur Riva am Gardasee in Frage  Der Weg sollte "dem Flug der Schwalben" folgen, direkt und ohne Kompromisse. Damit war die Original-Heckmair-Route festgelegt und wurde 1989 erstmalig befahren. (br-online.de 9/07)
- Ausschilderung des Weges mit Säulen (Stehle) z.B. in Oberstdorf am Museum, am Schrofenpass und in Lech, mit Erklärungen über den Schrofenpass

(8)   z.B. über den Schrofenpass,  Mountainbiken

   
Inhaltsverzeichnis einer Materialzusammenstellung zum Thema
1. Materialübersicht von Thaddäus Steiner: "Wege über die Grenze"
2. Förderreuther S. 601 / 602 / 603
3. Bilder: Gesamtansichten von Oberstdorf
4. Bild: Heimatmuseum Oberstdorf
5. aus den Plänen für den Anbau (Heimatmuseum Oberstdorf)
5. Artikel von Anton Köcheleraus "Unser Oberstdorf":
Handel und Wandel über die Paßhöhe nach Süden ins Birg - Der Schrofenpaß
7. Bilder: Die Lorettokapellen und die Wallfahrt aus dem Lechtal
8. Kopien aus dem Lechtler-Zinsbuch von 1851 (mit genannten Oberstdorfern)
9. Hätten sie nur den Oberstdorfern kein Geld geliehen ( Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung)
10. Projektstudie Heimatmuseum Oberstdorf von Dr. Jörg Haller (S. 17-22)
11. Briefe und Beschlüsse zum Thema Schrofenpass (1921, 1925, 1930a, 1930b)
12. Flurnamenbuch - Vorarlberg - Bild 32 (mit Anmekung zum Schrofenpass)
13. Bilder vom Schrofenpass von Manfred Pudell
14. Biberalp - Stierdurchtrieb ("Nachfratzung")
15. Artikel von Klaus Schlosser (aus unbekanter Zeitschrift)
Als die Ochsen noch über den Schrofenpaß nach Italien transportiert wurden
16. Haus Oststr. 23 "bi Lexars Fronz"
17. "Rumm und numm ibers Birg" - Unsere südlichen Nachbarn: D'Leachtlar, d'Birgar und d'Walsar (Leo Huber)
Literatur (unvollständig):
  Die Allgäuer Alpen, Land und Leute, Förderreuther Max, 1929, S. 601 ff
  Unser Oberstdorf, Heft 36, Verschönerungsverein, Oberstdorf 2000, S. 115 ff
  Vorarlberger Flurnamenbuch. I.Teil Band 9:Tannberg.Kleinwalsertal, Vorarlberger Landesmuseumsverein Freunde der Landeskunde in Bregenz (Hg.), Bregenz 1980, Bild 32
   
   
   
   
 
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